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März 2021 — Felicie Notter im Dualist Talk

Die Journalistin spricht über den Röstigraben und kulturelle Vielfalt. Unterschiedliche Auffassungen und Phänomene zuzulassen, Verständnis und Unverständnis nicht als Klischee anzunehmen, sondern den Unterschieden auf den Grund gehen.

Über die Oper von Milo Rau, die letztendlich nur gestreamt wurde, und die Bewegung «no culture, no future» der Kultur eine Stimme gegeben habe. Kultur sei mehr als ein Nice-to-have, sondern ein Ort der gesellschaftlichen Reflexion und relevant, auch politisch. Doch nun sei es auch an der Gesellschaft, ein Zeichen zu setzen.

Felicie Notter lebt und arbeitet in Lausanne. Seit 2013 bei SRF, berichtet sie seit Oktober 2020 berichtet für SRF TV aus der Westschweiz (Lausanne), zuvor war sie Bundeshaus-Korrespondentin. In Bern und Berlin studierte sie Medien-, Sozial- und Organisationspsychologie, mit Neuster Geschichte im Nebenfach.

Felicie Notter im Gespräch mit Dualist Initiantin Fosca Tóth.
 


März 2021 — Fosca Tóth


Thematische Schwerpunkte,
Thesen und weiterführende Fragen 


Der Flügelschlag eines Schmetterlings, oder ein Virus, löst einen globalen Effekt aus. Die globale Vernetzung führt uns zu einem universellen Naturverständnis zurück – Und der Mensch sieht sich auch im Anthropozän der Natur nicht überlegen. Umso dringlicher ist die Frage, wie die disruptive Zeit für ganzheitliche Ansätze genutzt werden kann. Das bilden neuer Ökosysteme ist unausweichlich, wenn die sich kontstant verändernden Realitäten als die Natur unserer Umwelt akzeptiert wird.  



Planetäre Transitzone

Stichworte:
Ökologie im Anthropozän; Umweltkrisen sind unumgänglich und Effekte unvorhersehbar; Verständnis des Nationalstaates vs. Grenzenlosigkeit der Natur; Neudefinition der Rechtslage für Migration; politische und soziale Unruhen / Bwegungen als gloabale Themen behandeln; Neudefinition Tourismus und die daraus resultierenden Konsequenzen; Transdisziplinäre Vernetzung und gemeinsame Stimme für globale Anliegen; Generation Z als Hoffnungsträgerin; neue ökologische Massstäbe und Richtlinien für eine bessere, globale(re) Abstimmung von Massnahmen; ökologische Aspekte der Pandemie und des damit einhergehenden Wandels.

These:
Neue Narrative führen zu einem neuen Verständnis des Menschen in seinem Bezugssystem und seinem Lebensraum.  

Fragen:
Was könnte eine öko-kulturelle Initative bewegen? Welche Taktiken für eine wirkungsvolle Bewegung sind gefragt? Wie kann eine radikale Umorientierung angestossen werden? Wie weit kommen wir mit Talk-Act-Think?

Atlas der neuen Realitäten


Stichworte:
Migration, digitale Vernetzung und Abbild der Pandemie, naturgegebene Mobilität, ökologische Effekte, soziale Bewegungen; self-fulfilling prophecy; Placebo-Wirkung neuer Bilder; neurologischer Effekt einer neuen Weltvorstellung; Vermessung der Welt neu denken; Mappings sind immer subjektiv und politisch; Opportunitäten und Grenzen von Smart Cities; Neu- resp. Umgestaltung der Lebenswelten und deren Auswirkung auf die Landschaft; neue Brachen Voids und neu urbar gemachte Flächen; Mehrfachnutzung als Leitmotiv; Standortattraktivität und Placemaking.

These:
Ein lesbarmachen der Welt ist notwendig um die aktuellen, tektonischen Verschiebungen zu verstehen.

Fragen:
Ist die Zeit reif für Erkenntnisgewinnung? Verfügen wir über die richtigen Messinstrumente um die komplexen Veränderungen zu erfassen?

Äre der Netzwerkpolitik  


Stichworte:
Grenzen der politischen Systeme; netzwerkorientierte Gesellschaft und Wirtschaft abbilden; partizipative Prozesse; Zeitalter der Expert:innen; transdisziplinäre Zusammenschlüsse und gemeinsames Entscheide/Wirken; Messbarkeit neu definieren; Zirkulation von Information zur Entscheidungsfindung; Innovationförderne Strukturen und Mechanismen fördern; gemeinschaftsbildende Dynamiken etablieren und stärken; neue Kollektivitäten; Komplexität und Vielfalt einschliessen (eco-logical); Parallelität von Strömungen und Meinungen in Entscheidungsprozess einfliessen lassen.

These:
Auf die Vernetzung der Wirtschaft, der Gesellschaft folgt nun ein neues netzwerkbasiertes, politisches System. Ein netzwerkbasierter Förderalismus bildet ein neues Grundgerüst für politische Entscheidungen.

Fragen:
Vermag ein netzwerkbasierter Förderalismus Macht und Verantwortung für die Zukunft tragen? Kann ein neues Organisationsprinzip die politischen Prozesse modernisieren?

Digitale Renaissance  


Stichworte:
Internet 3.0; Non-Fungible Token (NFT); Blockchain und Crypto-Währungen; Grenzen des Streamings;  neue Art der Alphabetisierung resp. neue Sprachentwicklung, Publikum und Zugänge, Risk Management, Kapazitäten der Systeme, neue Finazierungsmodelle, neuer Umgang mit Originalen und Urheberrecht, Archive und kultureller Wert erhalten und küntfig nutzbar machen; neue, demokratisierte Zugänge zu kollektivem Wissen und kollektiver Erinnerung; digitale Identitäten, multiple Personas und daraus wachsende, neue Gesellschaftsformen; Communities als treibende Kräfte des Wandels; Silicon Valley und Ökologie; Original, Authentizität, Echtheit und Sicherheit im digitalen Zeitalter.

These:
Eine Epoche im Wandel heisst auch, die Geschichte wiederholt sich. Die Disruption durch den technologischen Wandel lässt grundlegende Fragen unverändert im Raum stehen. «Human nature is not going to change» — Jonathan Franzen.

Fragen:
Neue Technologien und neue Instrumente führen zu Umbrüchen, aber nicht zu fundamentalen und notwendigen Veränderungen? Wie können die transformativen Kräfte für einen Ausgleich der Machtverhältnisse und Zugänge genutzt werden? In wessen Händen befinden sich die neuen Instrumente?

Postindustrielle Union  


Stichworte:
Information tritt an die stelle von Produktion; Wert und Gegenwert wandeln sich; lokale Produktion und lokale Versorgungsnetze gewinnen an Bedeutung; Zeitalter des Wissens, Verhältnis zur Arbeit verändert sich grundlegend; Kenntnisse und handwerkliches Können gewinnt an Anerkennung; Ressourcenallokation und Wertbeimessung im Wandel; Togetherness und Hyperindividualisierung; Gleichstellung und Inklusion sowie Chancengleichheit als zentrale Themen; Sicherheitsbedürnis und Gemeinschaftssinn für ein resilientes System.

These:
Grenzen des neoliberalen Systems sind erreicht, der Glaube an den Kapitalismus irreparabel geschwächt – die nächsten Generationen veränderen das Werteverständnis grundlegend. Neue soziale Dynamiken können zu einem neuen politischen System führen.

Fragen:
Kann der Weltkapitalismus und die neoliberale Bewegung einem neuen System weichen? Ist ein Grundeinkommen die künftige Basis eines Wohlfahrtsstaates? Welche Auswirkungen hätte dies auf die Wertschöpfung? Wie sieht sie aus, die neue Konsumkultur? Und der neue Kulturkonsum?

März 2021 — Pierre Lumineau im Dualist Talk

Wenn Geld keine Rolle spielt und mit Sprache viel erreicht werden kann. Ein Gespräch darüber, ob 60% zu arbeiten und 40% für sich zu verbringen sowie ein Grundeinkommen wegweisende Modelle unserer Zukunft sein könnten. Ob sich dadurch mehr Menschen eigenen Projekten widmen, selbst unternehmerisch oder künstlerischen tätig würden, und ob Crowd Investment dadurch an Gewicht gewinnen würde. 

Pierre Lumineau ist ein Unternehmer, oder beabsichtigt dies zumindest in 10 Jahren zu sein. Mit Bestiaire Intime lancierte er 2016, zusammen mit seinem Vater Virgil Scurv, eine unabhängige online Plattform für Poesie und Literatur von zumeist unbekannten Autor*innen, wobei Texte von Grössen wie Michel Houellebecq oder Aleš Šteger auch vertreten sind. Die Schweizerische Nationalbibliothek archiviert einmal im Monat den gesamten Katalog.

Pierre Lumineau im Gespräch mit Dualist Initiantin Fosca Tóth.
 

Dezember 2020 — Alice Hollenstein im Dualist Talk

In ihrer Arbeit verfolgt sie die Vision eines Systems, das sich selbst regenerieren und bestehen kann. Das Wohlbefinden aller Lebewesen steht dabei im Zentrum. Wie sähe somit eine Stadt aus, die in Zusammenarbeit mit Psychologen geplant würde? Wie eine Kultur, die weniger abhebt, sondern mehr berührt und damit mehr bewegt? Und in der Wirtschaft? Dort brauchen wir eine grosse Veränderung. Über die Auflösung der Dichotomie von Kultur und Natur, über Hardware und Software in der gebauten Umwelt, die Bedürfniserfüllung als Messinstrument der Wirkungsorientierung und Corona als Feldexperiment für Stadtforschung. 

Gründerin von Urban Psychology und Deputy Managing Director von CUREM, Universität Zürich. Sie verbindet Placemaking mit Psychologie und bringt Know-How aus der Marktforschung und Marketing in die Auseinandersetzung mit urbanen Räumen mit ein.

Alice Hollenstein im Gespräch mit Dualist Initiantin Fosca Tóth.